Projekte

Netzwerk Digitalisierung

Die voranschreitende Digitalisierung gehört gegenwärtig zu den größten Fortschrittstreibern im Wirtschaftsleben. Während Industrieunternehmen oft schon weit fortgeschritten in ihren Entwicklungen sind, tun sich gerade Kleinere und Mittlere Unternehmen (KMU) meist schwer, aus der Vielzahl der technischen Möglichkeiten die für sie sinnvollen und finanzierbaren Maßnahmen auszuwählen.

Das „Netzwerk Digitalisierung“ verfolgt zwei Ziele: Zum einen führt es Firmen - vom Kleinbetrieb bis zum global agierenden Unternehmen - in Betriebsbesuchen und Info-Veranstaltungen zusammen, um durch den Austausch beim Einsatz von IT im Bereich der Produktion und der gesamten Wertschöpfungskette Wissen zu vermitteln und Beispiele zu geben. Im Rahmen einer Gründerveranstaltung besuchte das Netzwerk die Firma Aircraft Philipp in Übersee.

Zum Zweiten will das Projekt KMU aus Handel, Handwerk und Dienstleistung mit Hilfe von Info-Veranstaltungen und Aktionstagen Impulse zum Einstieg in die Digitalisierung geben. Themen sind u.a. Netzzugang und digitaler Handel, Datensicherheit und IT-Service. Als flankierende Maßnahme gedacht sind Beratungen über geeignete Förderprogramme.

Als Auftaktveranstaltung dazu gab es im Großen Sitzungssaal des Landratsamt Traunstein eine Info-Veranstaltung zum Online-Handel unter dem Motto „Zukunft des stationären Einzelhandels“. Referenten waren Martin Drognitz, Referatsleiter der IHK München und Oberbayern, sowie drei erfolgreiche Unternehmer aus der Region.

Eng mit eingebunden in das Projekt ist als Netzwerkpartner die Fachhochschule Rosenheim. Im „Protolab“, das derzeit im Fachbereich Holztechnik und Bau eingerichtet wird, entsteht als Musterbeispiel eine digitale Fabrik im Bereich Holzbau, die viele der gegenwärtigen technischen Veränderungen und Einsatzmöglichkeiten im Praxisbetrieb zeigt. Ein weiterer Partner im „Netzwerk Digitalisierung“ ist das digitale Gründerzentrum „Stellwerk 18“ in Rosenheim, das speziell IT-Start-Ups durch Know-how-Transfer und Partnerfirmen Rückenwind geben will: www.stellwerk18.de.

Infoveranstaltungen und Beratungsangebote für Verbände und Kommunen

Die Wirtschaftsförderungs GmbH bietet in Kooperation mit örtlichen Verbänden gerne Infoveranstaltungen zu den folgenden Themenbereichen an:

  • Handel und Digitalisierung
  • Internet-Telefonie
  • Digitale Sicherheit für Kleine und Mittlere Unternehmen

Sie haben Interesse? Bitte kontaktieren Sie uns unter wifoe@traunstein.bayern

​Arbeitswelt 4.0 im Labor revolutionieren

Fachhochschule Rosenheim stellte die Möglichkeiten auf dem Weg hin zur „intelligenten Fabrik“ bei Info-Rundgang vor

Die Wirtschafts- und Arbeitswelt steht vor gewaltigen Umbrüchen: Die steigende Nachfrage nach individualisierten und „smarten“ Produkten, schneller und flexibler Produktion sowie Kosteneffizienz führt unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ zu einem grundlegenden Wandel in vielen Unternehmen.

Um den komplexen Veränderungsprozess der voranschreitenden Digitalisierung aktiv und nutzbringend zu gestalten, arbeiten inzwischen auch in der Region viele Unternehmen und Netzwerkpartner zusammen. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung mit Rundgang öffnete die Fachhochschule Rosenheim jetzt die Türen ihrer Labore.

Unter dem Motto „Hochschullabore und Digitalisierung“ bekamen die rund 50 Teilnehmer aus Unternehmen, Kommunen oder der IHK Einblick in verschiedene fachübergreifend ausgerichtete Forschungsprojekte.

Die einzelnen Forschungsprojekte sind in der Entwicklungs- und Erprobungsplattform „proto_lab“ (http://protolab-rosenheim.de) zusammengefasst. Die Fachhochschule arbeitet dabei mit Herstellern von Maschinentechnologie, Arbeitssystemen, Intralogistik-Lösungen und Organisationsmitteln zusammen. Dazu kommen Dienstleister aus den Bereichen Prozesstechnik, Produktionsorganisation und Netzwerk-Lösungen.

Professor Andreas Heinzmann von der Fakultät für Holztechnik und Bau stellte am Beispiel der Holzindustrie die neuen Trends zu individualisierten und komplexeren Produkten, steigender Variantenzahl und den vermehrten Einsatz von Automatisierungstechnik, 3-D-Druckern und selbstlernenden Systemen vor. Die neue „intelligente Fabrik“ (smart factory) zeichne sich durch einen Wechsel von der linearen Fertigung am Band hin zu hochflexibel konfigurierbaren Fertigungszellen aus. Akteure, Objekte und äußere Zusatzdienstleister sind über das „Internet der Dinge“ intelligent vernetzt. Durch eingebettete Daten wie bzw. Barcodes oder RFID-Tags und den Austausch mit einer zentralen Kommunikationseinheit können Produkte ihre eigene Fertigung steuern und sind im Produktionsprozess jederzeit lokalisierbar. Neue Apps und Cloud-Anbindung sollen dabei helfen, die heutigen „Sprachhürden“ in der Kommunikation zwischen Mitarbeitern, Computern und Maschinen in der Produktion zu überwinden. Experten erwarten dadurch eine bis zu 50 Pro-zent höhere Wertschöpfung.

Professor Dr.-Ing. Oliver Kramer von der Fakultät für Wirtschafts-ingenieurwesen im Fachgebiet Produktionsplanung und -steuerung stellte das Projekt und die Ziele des zukunftsgerichteten Produktions-Laboratoriums „proto_lab“ im Detail vor und zeigte die Innovationslandschaft Internet 4.0 an der Hochschule auf. Im Labor demonstrierte er ergänzend, wie mittels neuartigen Kommunikations-protokollen, Funktechnik, Adaptern, Apps und Mitarbeiter-Tablets an neuen Kommunikations- und Interaktionsformen in der Fabrik 4.0 geforscht wird. Ein Kernthema dabei ist auch die Integration der Mitarbeiter.

Wie digitale Technologien und deren Anwendungen durch vernetzte Zusammenarbeit mit zwölf Partnern und Unternehmen in der Alpenregion gefördert werden, erläuterte Adrian Fried anhand des von der EU geförderten Interreg-Projekts „Smart Space“. Professor Dr.-Ing. Christian Meierlohr von der Fakultät für Ingenieurswissenschaften wiederum demonstrierte im Labor für Montageautomatisierung und Robotik, wie durch neuentwickelte berührungs- und kraftsensitive Roboter sowie den Einsatz visueller Formerkennungssysteme die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine neu definiert wird.

Professor Dr. Gerd Beneken aus der Fakultät für Informatik stellte ergänzend die Möglichkeit vor, dass die Hochschule Firmen bei der Entwicklung innovativer Projekte ein Semester lang durch die Begleitung von fünf Studenten unterstützt. Deren Mitarbeit würde im Rahmen eines „Innovationslabors für Studierende“ über Mittel des Zentrums für Digitalisierung Bayern gefördert.

Die durchgängige digitale Entwicklung innovativer Produkte als virtuelles Modell ist Schwerpunkt des Laborbereichs für Möbeltechnik. Dessen Leiter, Professor Thorsten Ober, versetzte die Teilnehmer des Infobesuchs durch Vorführungen von Automodellen auf der neuen High-End 3D-Powerwall und den interaktiven Spaziergang durch Küchen mit Hilfe neuer Virtual Reality-Brillen ins Staunen. „Diese Technologie kann die Anzahl real gefertigter Prototypen bzw. deren Änderung in der Praxis erheblich reduzieren, wodurch sich ein erhebliches Einsparpotential von Zeit und Kosten ergibt“, erläuterte Ober.