Technologie und Innovation

bayernkreativ

Das Bayerische Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft - ist die Anlaufstelle für alle Künstler, Kultur- und Kreativschaffenden in Bayern.

bayernkreativ berät Kultur- und Kreativschaffende an 20 Standorten in ganz Bayern, unterstützt bei der Weiterentwicklung von Ideen und navigiert zu weiteren geeigneten Angeboten. Weil die Mitarbeiter von bayernkreativ selbst aus der Kreativbranche kommen, ist die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft ein persönliches Anliegen.

Bayern Innovativ

Die Wirtschaftsförderungs GmbH des Landkreises Traunstein arbeitet eng zusammen mit den Spezialisten von Bayern Innovativ in Nürnberg.

Die Bayern Innovativ GmbH ist die Gesellschaft für Innovation, Technologie- und Wissenstransfer in Bayern. Sie unterstützt Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft in allen Stufen der Wertschöpfungskette mit maßgeschneiderten Dienstleistungen, um ihre Innovationsdynamik zu erhöhen. Bayern Innovativ agiert dabei an den Schnittstellen unterschiedlichster Branchen und Technologien. Ziel ist ein Ecosystem mit dynamischen Netzwerken für einen beschleunigten Innovationsprozess. Einen Fokus der Aktivitäten bildet neben den eigenen Clustern Energietechnik, Automotive und Neue Werkstoffe das „Cross-Clustering“ mit den anderen bayerischen Clustern sowie die Vernetzung mit den anderen wesentlichen Playern in der Innovationslandschaft Bayerns.

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Stellwerk 18

​Sie wollen sich als Gründer im Landkreis Traunstein niederlassen? Wir unterstützen gerne, helfen bei der Standortsuche und bieten über das Stellwerk 18 zugleich ein überregionales Informationsnetzwerk, das alle Gründer im IT-Bereich berät und begleitet.

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Ein Ort für Tüftler und Existenzgründer - Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft holt sich Anregungen im Innovationsquartier Murnau

Existenzgründern günstige Gewerbeflächen zur Verfügung stellen und gleichzeitig gemeinsames Entwickeln neuer Techniken vorantreiben: Beides vereint das Innovationsquartier Murnau. Das alte Gemeinde-Krankenhaus in der Ortsmitte ist seit Jahresanfang Anlaufstelle für Kleinunternehmer mit kreativen Ideen. Sie finden hier gute Startmöglichkeiten vor, um ihre Ideen umzusetzen und sich untereinander zu vernetzen. Eine Einrichtung, die das Zeug hat, Schule zu machen, sagt Dr. Birgit Seeholzer, die Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Traunstein. „Die Möglichkeiten, die das Innovationsquartier dem Wirtschaftsstandort eröffnet, sind beeindruckend. Wir würden es sehr begrüßen, eine solche Einrichtung auch in unserem Landkreis zu bekommen.“

Bereits kurz nach Eröffnung 45 verschiedene Unternehmen

Bei der Besichtigung lernte die Abordnung aus Traunstein das „IQ“ kennen, dessen Leitung Jan-Ulrich Bittlinger unterliegt. Der Wirtschaftsförderer der Marktgemeinde Murnau ist treibender Kopf und Ansprechpartner für alle Mieter. In der kurzen Zeit seit der Eröffnung haben sich bereits 45 verschiedene Unternehmen im IQ niedergelassen. „Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gibt es keine Bauflächen und somit für Unternehmen keine Möglichkeiten, sich anzusiedeln. Mit dem IQ haben wir einen Ort geschaffen, der uns für Start-ups interessant macht.“

Die Besucher aus Traunstein beeindruckte die Bandbreite der ansässigen Firmen: Vom Sofadesigner zum Boxershort-Näher, von App-Entwicklern zum Hersteller weltweit gefragter Synthesizer-Bausätze. Im IQ findet man eine Event-Agentur ebenso wie Fotografen, Filmproduzenten und Theaterregisseure. Ein Tonstudio wird gerade eingebaut. Die Werbeagentur, die für Warner Brothers arbeitet, hat ihren Standort dank des IQ nach Murnau verlegt - und beschäftigt jetzt für Film-Projekte sämtliche kreative Freelancer in der Umgebung.

In sogenannten Co-Working-Spaces bietet das Innovationsquartier auch Büroräume auf Zeit zur Miete für Selbständige. Die passenden Rahmenbedingungen stimmen. „Wir bekommen demnächst noch Glasfaser-Leitungen für schnellstmögliches Internet“, erzählt Bittlinger. Die Mietkosten im IQ sind moderat, um Unternehmern in der Startphase entgegen zu kommen. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum das IQ so gut ankommt. „Die jungen Leute werden hier für voll genommen. Und das hat sich rasend schnell herumgesprochen.“

MakerLab lässt neue Geschäftsideen entstehen

Als Ideenschmiede bestehender und neuer Unternehmen dient das sogenannte MakerLab im Erdgeschoss. „Ich wusste auch nicht genau, was das ist. Ich hatte aber gleich das Gefühl, dass es Innovation ausdrückt und damit zu uns passt.“ Jan-Ulrich Bittlinger führt regelmäßig Besucher durch die Hightec-Werkstätten. Die Schulklassen des Landkreises kommen hierher, um ihre Talente zu entdecken. Es gibt verschiedene 3D-Drucker, eine Holzwerkstatt, eine für Metallarbeiten, eine Textilwerkstatt und einen Raum für Siebdruck. „Besonders der zieht junge Leute an, die T-Shirts bedrucken und im Internet verkaufen.“ Eine örtliche Druckerei beteiligte sich an den Anschaffungskosten der Siebdruckmaschine, kann die Druckmaschine im Gegenzug ebenfalls nutzen. Der 20.000 Euro teure Lasercutter wird besonders oft von den Mietern verwendet, die sich dabei auch gegenseitig helfen. Generell ist das MakerLab für jedes Vereinsmitglied zugänglich. „Mitglieder zahlen 20 Euro pro Monat und können so oft kommen, wie sie wollen.“ Unter 26-Jährige zahlen sogar nur fünf Euro. Demnächst wir das MakerLab Murnau noch um eine Medienwerkstatt erweitert, um dem steigenden Interesse an Drohnenflug und Filmproduktionen gerecht zu werden. Bittlinger würde sich eine bundesweite Einrichtung von MakerLabs wünschen. „Damit kann man Mikrowirtschaftswunder erreichen.“ Das hat auch Dr. Birgit Seeholzer tief beeindruckt: „Mit einem MakerLab schafft man die Grundlage für völlig neue Geschäftsideen.“

MakerLab Chiemgau wird entstehen

In Traunstein ist mit der Eröffnung des ersten von acht BayernLabs im Freistaat ein erster Schritt getan. Im Vermessungsamt steht ein 3D-Drucker, der öffentlich zugänglich ist. Vielversprechend sind die Planungen für ein größeres MakerLab im Campus St. Michael. Die Kirche wird das Gelände des Traunsteiner Studienseminars umgestalten und dabei Raum für diese Art der modernen Werkstätten schaffen. Danilo Dietsch, Geschäftsführer des am Campus ansässigen Medienbildungsquartiers „Q3“, verfolgt die Idee eines MakerLabs für den Chiemgau schon länger. „Wir haben es uns bei Q3 zur Aufgabe gemacht, moderne Medien und Techniken begreifbar zu machen. Am Campus bietet sich mit dem Umbau eine ideale Gelegenheit, das Projekt MakerLab Chiemgau zu verwirklichen.“ Eine Struktur am Murnauer Beispiel sei Dietsch zufolge denkbar. Er möchte vor allem Schülern ermöglichen, ihre Talente in den verschiedenen Bereichen zu erforschen und Dinge selber zu machen. Wer die Idee unterstützen will und an der Entstehung des MakerLabs Chiemgau mitwirken möchte, kann sich an Danilo Dietsch unter Telefon 0861-90951620 oder per E-Mail an dietsch@qdrei.info wenden oder die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Traunstein kontaktieren. „Wir brauchen für jeden Fachbereich einen Experten – und die Unterstützung der regionalen Wirtschaft.“

Mit Drohnen-Abwehr Preis abgeräumt

Multicopter oder Drohnen, so nennt man kleine, unbemannte Flugfahrzeuge, die meist mit einer Videokamera ausgestattet sind. Heutzutage kann sie jeder kaufen und mit ihnen die Welt von oben entdecken. Doch was, wenn eine solche Drohne über Gefängnisse oder Atomkraftwerke fliegt, oder vielleicht sogar über das Weiße Haus? Was, wenn sie nicht nur zum Spaß sondern für Spionagezwecke genutzt wird, zum Beispiel von terroristischen Organisationen? Genau dann wird es gefährlich, denn bisher gab es keine brauchbare Technologie die Drohnen in der Luft erkennen und orten kann.

Jetzt gibt es sie. Tassilo Schwarz aus Seeon hat genau ein solches Drohnen-Aufspür-System erfunden. Seine Erfindung hat ihn quasi berühmt gemacht. Er gewann den 2. Platz des europäischen „Jugend forscht“-Wettbewerbs in Brüssel, genannt „European Union Contest for Young Scientists“(EUCYS). Insgesamt wurden bei dem Wettbewerb 45 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für ihre Projekte ausgezeichnet. Die ersten Plätze belegten Nachwuchsforscher aus Norwegen, Italien und den USA.

Um an dem europaweiten Wettbewerb teilnehmen zu dürfen, müssen die Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahre alt sein und vorher einen Wissenschaftspreis auf nationaler Ebene gewonnen haben. Im Mai dieses Jahres wurde Tassilo Sieger im Bundeswettbewerb „Jugend forscht.“ Er erhielt den Preis für die originellste Arbeit und qualifizierte sich damit für die Teilnahme am EUCYS.

Gemeinsam mit zwei anderen Teams der deutschen Delegation flog er deshalb letzte Woche nach Brüssel. Sein Vater fuhr mit dem Auto hinter her, im Gepäck ein paar Computer, zwei Digitalkameras, Mikrophone und viele Kabel, denn daraus besteht Tassilos Flugdrohnenabwehr. Drei Tage lang stand Tassilo an seinem eigenen Messestand und erklärte Messebesuchern, Journalisten und natürlich auch der Jury, wie seine Erfindung unerwünschte Drohnen erkennen und deren Position ermitteln kann. Das Prinzip ist folgendes: Die beiden Digitalkameras nehmen den zu überwachenden Luftraum in Stereo auf. Dringt eine Drohne in den Überwachungskorridor ein, wird sie mit Hilfe einer ausgefeilten Software ins Visier genommen und ihre Flugbahn verfolgt. Durch ein eingebautes Mikrofon ist das System sogar in der Lage, sirrende Miniflieger von vorbeifliegenden Vögeln zu unterscheiden. Auf dem Computer kann man die Drohne dann in 3D beobachten. „Ich habe in den letzten Tagen hundert Mal das gleiche erzählt“, sagt Tassilo. „Normalerweise spreche ich dort Englisch, doch einmal kam eine Schülergruppe aus Brüssel und da hab ich spontan beschlossen meinen Vortrag auf Französisch zu halten. Und es hat geklappt,“ freut sich Tassilo.

Zur offiziellen Preisverleihung am Montagabend waren nicht nur seine Eltern sondern auch Dr. Robert Anzeneder, der ehemalige Schulleiter des Johannes-Heidenhain-Gymnasiums nach Brüssel gereist. Und Tassilo erfuhr, dass er nicht nur den 2. Platz belegt, sondern obendrein den Sonderpreis des ESO (European Southern Observatory) gewonnen hatte. Eine Woche lang wird Tassilo nach Chile fahren und dort die europäische Südsternwarte besuchen. Dieses europäische Forschungsinstitut steht in der Atacama-Wüste. Dort gibt es kein Streulicht, dafür aber eine sehr niedrige Luftfeuchtigkeit und rund 360 wolkenfreie Tage im Jahr. Es herrschen also perfekte Bedingungen für astronomische Forschungen. „Ich freu mich riesig dort hin zu fahren!“, sagt Tassilo. „Wir haben in Brüssel zufällig einen Vortrag der ESO gehört und das war schon super interessant. Jetzt dort hin zufahren ist Wahnsinn!“

Der Chiemgauer fuhr nach Berlin um gemeinsam mit den anderen Preisträgern des Bundeswettbewerbs Bundeskanzlerin Angela Merkel zu treffen. Das Besondere: Tassilo durfte als Einziger sein Drohnenabwehrsystem der Bundeskanzlerin vorstellen. Was das alles bedeutet realisiert der Nachwuchsforscher noch gar nicht.

Carlos Moedas, EU-Kommissar für Forschung, sagte in Brüssel: „Es ist ermutigend zu sehen, das Europa so viele kluge Köpfe hat, die auch entschlossen sind und die Fähigkeit haben, ihre Träume in Realität umzusetzen. Ich hoffe, in einigen Jahren viele von ihnen als Teil der nächsten Generation von Top-Wissenschaftlern zu sehen, die hart an der Lösung der vielfältigen Anforderungen arbeiten, vor denen Europa und die Welt stehen.“

Und genau das will Tassilo auch machen. Nach seinem Abitur will er an einer amerikanischen Universität Computer Science, also Informatik und Mathematik studieren. Und genau dafür legt er vorerst auch das Preisgeld von 5000 Euro zur Seite. Auf die Frage, ob er denn glaubt später einmal viel Geld mit seiner Erfindung zu verdienen antwortet er ehrlich und bescheiden: „Ich will auf jeden Fall weiter wissenschaftlich arbeiten und immer besser werden in dem was ich tue. Ich will mehr wissen über Mathematik und darüber, was technisch alles möglich ist.“ Neugier ist für ihn der Schlüssel zum Erfolg und daran mangelt es Tassilo wirklich nicht.
Matthias Schmid, der neue Schulleiter des Johannes-Heidenhain-Gymnasiums, ist schon jetzt sehr stolz auf seinen Schüler: „Es ist wirklich beeindruckend mit welcher Bescheidenheit und Selbstverständlichkeit er an die Sache herangeht und wie viele Ideen in dem Jungen stecken.“ Bevor Tassilo Schwarz als großer Wissenschaftler durchstartet muss er sein Abitur bestehen. Darüber macht sich Schmid allerdings keine Sorgen.
Und das Beste kommt zum Schluss: Zwischen den mündlichen und dem schriftlichen Abitur wird Tassilo mit der deutschen Delegation noch schnell nach Los Angeles fliegen. Dort findet die Intel ISEF, die „Intel International Science and Engineering Fair“ statt. Rund sieben Millionen junge Forscher aus aller Welt treffen sich dort um ihre Erfindungen zu präsentieren. Und Tassilo wird dabei sein, beim weltweit größten Wettbewerb dieser Art, und er wird allen erzählen von seiner Idee Drohnen aufzuspüren.

Foto: dpa

Chiemgauer Erfinder Noah Dormann (16) siegt bei "Jugend forscht"

Im Fachbereich "Technik" hat es Noah Dormann aus Sondermoning bei Chieming geschafft. Der 16-jährige Schüler vom Chiemgau Gymnasium im Traunstein begeisterte die Jury mit seiner Entwicklung: einer Materialprüfanlage für sogenannte Elastomere, mit denen sich in Form von Gummibändern zum Beispiel Modellflugzeuge antreiben lassen.

Als Lohn bekam er einen Forschungsaufenthalt an der University of Rhode Island in den USA - gestiftet von der University of Rhode Island und der Ernst A. C. Lange-Stiftung - und einen Geldpreis in Höhe von 2.500 Euro. Dormann setzte sich gegen 17 Mitbewerber in seiner Kategorie durch.

Foto: Jugend forscht