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Die E-Ladesäule neben dem k1 in Traunreut ist jetzt in Betrieb – Geladen werden kann mit einer Leistung bis 22 Kilowatt

Zwei Autos können gleichzeitig »betankt« werden

Traunreut – Bereits im vergangenen Jahr hatte der Hauptausschuss grünes Licht für die Installation einer Ladesäule für Elektromobile neben dem k1 in der Stadtmitte gegeben – jetzt wurde sie offiziell in Betrieb genommen. Die Kosten halten sich im Rahmen, weil nur der Anschluss ans Stromnetz und das Fundament der Säule finanziert werden mussten. Geladen werden kann dort nun mit einer Leistung bis 22 Kilowatt. Finanziert und betrieben wird die Ladestation von der Elektrizitätsgenossenschaft Wolkersdorf e. G.

Wie deren Geschäftsführer Franz König erklärte, würde die Leistung von 22 kW für den Großteil der derzeit verwendeten Elektroautos ausreichen. Die Genossenschaft engagiere sich seit 2016 in diesem Bereich und habe seither festgestellt, wie schwierig es sei, Standorte für Ladesäulen zu bekommen. Zwei Autos können gleichzeitig an der Säule angeschlossen werden. Die Aktivierung sei übers Handy oder eine Karte möglich. Der Großteil der E-Mobil-Benutzer sei in einem Ladeverbund organisiert und könne mit der Karte den Stromfluss sofort aktivieren: »Mit dem Handy dauert es unter fünf Sekunden«, so König.

Abgerechnet werde der Strom dann direkt mit dem Kunden und wer über die Ladedauer hinaus auf dem Parkplatz stehen bleibe, müsse eine Extra-Gebühr bezahlen. Rund drei Stunden dauert nach Königs Angaben beispielsweise die Komplettladung eines elektrisch angetriebenen neuen Renault Kangoo. Geplant ist im Stadtgebiet auch die Installation einer Schnellladestation, für die die Stadt aber rund 45 000 Euro ausgeben müsste. Umgesetzt wird dies jedoch nur, wenn Fördermittel vom Bund zu erwarten sind. König erklärte, dass derzeit allerdings noch die wenigsten Fahrzeuge solch eine Schnellladestation nutzen könnten.

Bürgermeister Klaus Ritter versicherte, dass der Stadtrat mit dem Beschluss für die Ladesäule einen Anstoß für die Elektromobilität geben wollte: »Für die Zukunft wäre es wichtig, dass Bauherren von Geschoßwohnungsbauten und Großparkplätzen Ladesäulen installieren.« Ein großes Problem sei hier aber die Bereitstellungsgebühr.

Dr. Birgit Seeholzer, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungs GmbH im Landkreis Traunstein, gestand ein, dass es noch Hemmnisse wie die Kosten von 30 000 Euro aufwärts für eine Schnellladestation gebe. Deshalb sei es wichtig, wenn sich Städte wie Traunreut hier auf den Weg machen und anschieben. Der Standort am k1 sei gut gewählt, weil viele Besucher das Kulturzentrum nutzten und man von dort schnell im Stadtzentrum sei.

Das Netz an Ladestationen ist noch ausbaufähig. Laut der E-Mobilitätsstudie gibt es im Landkreis Traunstein gut 35 Ladesäulen-Standorte für E-Autos, davon allerdings einige nur während begrenzter Öffnungszeiten mit einer Ladekarte des Unternehmens oder nur für Tesla-Fahrzeuge nutzbar. Für E-Bikes gibt es im Landkreis Traunstein über 50 Lademöglichkeiten. Nachdem 53 Prozent der Elektrofahrzeuge von Betrieben genutzt werden, sollen mehr Unternehmen für den Betrieb von Ladesäulen gewonnen werden. Bei BSH in Traunreut sei bereits eine installiert worden. Das Angebot einer kostenlosen Ladestation für Elektrofahrzeuge könne beispielsweise Vorteile bei der Suche nach neuen Mitarbeitern bedeuten. Seeholzer betonte zudem, dass sich im Bereich der E-Mobilität in den vergangenen Jahren sehr viel getan habe. Die Ladetechnik sei verbessert und vereinfacht, die Fahrzeuge günstiger und mehr an die Bedürfnisse der Kunden angepasst worden. ga

 

Foto:Rasch