Wirtschaftspreis Chiemgauer Panther

Preisverleihung 2016

Erstmals hat Traunsteins Landrat Siegfried Walch in Grassau einem herausragenden Unternehmen aus dem Kreis Traunstein den neu geschaffenen Wirtschaftspreis verliehen. Mit dieser Auszeichnung will der Landkreis Traunstein die Stärke und Innovationskraft heimischer Spitzenbetriebe hervorheben.

Insgesamt 25 Unternehmen in der Kategorie klein- und mittelständische Unternehmen bis zu einer Größe von 250 Mitarbeitern und zusätzlich weitere acht „Start ups“, also erst vor kurzem gegründete Unternehmen, waren für den Preis nominiert. Bis zur Preisverleihung in festlichem Rahmen im Grassauer Golf Resort Achental war geheim, wer gewinnen würde. Entsprechend groß war die Spannung und bestens die Stimmung, angeheizt von der Gruppe „Baeck-in-Town“ im Festsaal des Resorts.

Der Chiemgauer Wirtschaftspanther wird in verschiedenen Kategorien vergeben. Im Jahr 2016 wurden besonders innovative oder kreative Unternehmen aus dem Bereich Handwerk und kleine bzw. mittelständische Unternehmen im produzierenden Bereich gesucht. Im kommenden Jahr stehen industrielle Unternehmen und starker Mittelstand im Mittelpunkt, im Jahr 2018 Handel und Digitalisierung und im Jahr 2019 Dienstleistungen und ein Sonderpreis für ein soziales Unternehmen.

Den ersten Platz im Wettbewerb um den Chiemgauer Wirtschaftspanther 2016 sicherte sich die Serva Transport Systems GmbH aus Grabenstätt, vertreten durch die beiden Geschäftsführer Rupert Koch und Leopold Meirer.

Zudem war ein Sonderpreis als „Publicity-und Motivationsmotor“ für junge Start up Firmen aus dem Landkreis ausgeschrieben. Dieser Preis wurde sogar zwei Mal vergeben und zwar an Christian Schlögl aus Emertsham, der mit seinem IT-Service als „Jungunternehmer des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Christian Schlögl ist einer von nur zwei Jungunternehmern im IHK-Bereich südöstliches Oberbayern, der, obwohl noch nicht volljährig, bereits die volle Geschäftsfähigkeit besitzt. Er unterstützt seine Kundschaft bei der Installation von IT- und Telefonanlagen. Ebenfalls einen Sonderpreis erhielt Tassilo Schwarz aus Traunreut. Er erreichte heuer den ersten Platz im Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ in der Disziplin Mathematik/Informatik. Er hatte ein System zum Erkennen und Abwehren von Drohnen entwickelt.

 

 

​Preisverleihung 2017

Kreative Azubi-Teams stellten Top 6-Unternehmen vor

Bei der Verleihung des 2. Chiemgauer Wirtschaftspanthers in Traunreut stand der Nachwuchs im Mittelpunkt

Landauf, landab wird über Fachkräftemangel geklagt. Wie engagiert, ideenreich und überzeugend Nachwuchskräfte sogar als Botschafter des Unternehmens auftreten können, wenn sie sich mit ihm identifizieren, davon legte die Verleihung des 2. Chiemgauer Wirtschaftspanthers in Traunreut beredt Zeugnis ab. Mit dem Wirtschaftspreis hat der Landkreis Traunstein erstmals im letzten Jahr Betriebe für deren herausragende unternehmerische Leistung und Innovationskraft ausgezeichnet.

In diesem Jahr bildeten herausragende Aktivitäten und Leistungen für eine zukunftsorientierte Ausbildung und die innovative Förderung von Nachwuchskräften das zentrale Kriterium für die Verleihung des Preises. 17 Betriebe aus dem Bereich Industrieunternehmen und starker Mittelstand hatten sich für den Wirtschaftspreis beworben. Passend dazu hatten im Vorfeld der Preisverleihung die Azubis aus dem jeweiligen Betrieb vor einer Jury mit frischem Charme, Witz und Kreativität die Stärken und Besonderheiten ihrer Firma präsentiert. Die Aufgabenstellung lautete dabei, die prägende Rolle und besonderen Leistungen des Unternehmens für die Wirtschaftsregion Chiemgau darzustellen. Zudem waren von der Geschäftsführung die Chancen für die nächsten fünf Jahre zu erfragen und von den Kollegen, was das Arbeiten im Betrieb und in der Region angenehm macht.

Die mit Urkunde und einem blau leuchtenden Panther ausgezeichneten Top-6-Unternehmen im Landkreis sind: die Adelholzener Alpenquellen, der Folienhersteller Brückner Group und das Unternehmen Nowofol Kunststoffprodukte, die alle aus Siegsdorf kommen, die Bergader Privatkäserei aus Waging am See sowie die Rosenberger Hochfrequenztechnik und Otto Chemie, beide aus Fridolfing. Einen Sonderpreis für starke Ausbildung und die gelungene Firmenpräsentation erhielten der Brauanlagenhersteller Braukon aus Seeon und Siteco Beleuchtungstechnik aus Traunreut.

Der Sonderpreis als Jungunternehmer des Jahres ging an Florian Nitschke mit seiner Manufaktur von Doberstein aus Wonneberg. Der Auszubildende der Firma Meindl in Kirchanschöring hat bereits mit zwölf Jahren den Bau von Aquarien als Passion entdeckt. Mit 14 baute er seinen ersten Brunnen aus Natursteinen und ließ sich in den Folgejahren bei Steinmetzen und andere Experten das nötige Knowhow beibringen. Mit 17 Jahren gründete er mit Sondergenehmigung sein eigenes Unternehmen und beliefert heute bundesweit Kunden mit ausgefeilten Wasserwänden, hochwertigen Brunnenanlagen und Wasserspielen bzw. –shows. Das Wirtschaftsmagazin „Brand 1“ widmete ihm einen eigenen Artikel. Gegenüber unserer Zeitung sagte er: „Mich hat einfach genervt, dass heute viele Brunnen aus Kunststoff oder recht einfallslos sind und da habe ich mir ganz hochwertige Lösungen aus Edelstein, Roststahl, mit Licht oder aus hochwertigen Natursteinen überlegt.“

Dr. Birgit Seeholzer, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungs GmbH des Landkreises Traunstein hob in ihrer Moderation hervor, dass der Wirtschaftspanther dazu diene, die Region für die Gewinnung von Fachkräften und Experten für hochwertige Arbeitsplätze bekannter zu machen, innovative Unternehmen hervorzuheben, die Wettbewerbsfähigkeit der Firmen zu verbessern und neue Unternehmens-Netzwerke zu knüpfen.

Landrat Siegfried Walch machte deutlich, dass der Landkreis viel dafür tue, jungen Leuten die Vielfalt der Unternehmen und Ausbildungschancen im Landkreis schmackhaft zu machen und damit Zukunftschancen zu eröffnen. 1.500 Ausbildungsstellen stünden derzeit 1.200 Bewerber gegenüber. Die Wirtschaftsregion boome und stehe deshalb so gut da, „weil alle mitangepackt haben“. „Respekt, was Sie täglich tun.“ Mit der Zertifizierung als mittelstandsfreundliche Kommune wolle man die Zusammenarbeit mit Bürgern und Unternehmen weiter verbessern.

Begleitet im Wechsel mit fetzigen Hip-Hop-Klängen der Mundwerk Crew  - Sänger Sebastian "Beenz" Riepp: „Wir waren 2007 selbst ein Start up-Unternehmen“ – zeigten die Auszubildenden viel Kreativität, Humor und Professionalität bei der Präsentation der Unternehmen in nur fünf Minuten. So luden die Bergader-Novizen zu einem flott kommentierten Film-Rundgang durch sonst verschlossene Betriebsabteilungen ein, während die „Gipfelstürmer“ von Adelholzener bei einer fiktiven Bergtour die Besonderheiten der Firma thematisierten. Im Rahmen einer einfallsreichen Tandem-Fahrradtour durch Europa lernten die Zuschauer Bau-Highlights und Firmenkultur des Spezialfolienherstellers Nowofol kennen. Zwei Brückner-Azubis aus Siegsdorf wiederum wählten das Feierabend-Gespräch über den neuen Job beim Bier, um das Unternehmen mit einem Überraschungscoup vorzustellen. Nicht weniger einfallsreich waren die Präsentationen der anderen Azubi-Teams.

„Ich halte es grundsätzlich für eine gute Idee, die Firmen als Alternative zu sehr formalen Powerpoint-Präsentationen mal von den Azubis vorstellen zu lassen. Das hat Charme. Die Beispiele auf der Bühne waren sehr engagiert. Zudem erforderte es echt Mut und Einfallsreichtum, die Firma auf der Bühne vor großem Publikum pointiert zu präsentieren“, sagte Nowofol-Geschäftsführer Robert Pernath.

„Das wirkte sehr lebendig, authentisch, weckte Interesse für die Firmen und spricht mich als Schüler auch direkt an“, erklärte Cedrik Hofmann vom Anette-Kolb-Gymnasium in Traunstein als Beobachter. „Das war tolle Teamarbeit“, ergänzte Mitschülerin Luisa Meier. „So viel kreative Ideen und die lebendige Präsentation im Team, das hat mich echt beeindruckt“, kommentierte Jury-Mitglied Dr. Michael Elsen.