Road Show und Nachwuchskräfte

 

 

Schule und Betrieb - Unternehmenskompass

Roadshows mit Netzwerk-Aktivitäten für Schulabgänger und Studienabsolventen im Landkreis Traunstein

Das Projekt Roadshow „Schule und Betrieb - Unternehmenskompass“ soll jungen Menschen eine Orientierung in den vielfältigen Ausbildungs- und Studienzielen mit Blick auf den reellen Berufsalltag ermöglichen, daher der Projekttitel „Unternehmenskompass“.

Ziel ist es, Jugendlichen aller Schulrichtungen Ausbildungs- und Karrierechancen im Landkreis aufzeigen. Der Chiemgau ist nicht nur eine Region mit hohem Freizeit- und Erholungswert, sondern auch eine der erfolgreichsten Wirtschaftsregionen mit hervorragenden Zukunftsaussichten für die Jugend. Gute Nachwuchskräfte sind gefragt - bei einer großen Breite und Vielfalt an Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten.

Was beinhalten die Roadshows: Die Wirtschaftsförderungs GmbH des Landkreises Traunstein organisiert für die Jahrgangsstufen 8. bis 10. oder bei weiterführenden Schulen auch für Seminargruppen eine Bustour zu ausgewählten Unternehmen im regionalen Umfeld der Schulen. Dabei können die Schülerinnen und Schüler zwischen zwei oder drei Schwerpunkten wählen: Von technischen Berufen über den Handel bis zu sozialen Berufen soll der Berufsalltag im Unternehmen erlebbar werden.

Bei einer Führung durch Auszubildende des Unternehmens können junge Menschen mit fast Gleichaltrigen diskutieren, welche Anforderungen sich im beruflichen Alltag stellen.

Eine erste von Harald Schwarzbach von der Wifö GmbH mit der Mittelschule in Obing organisierte Probetour brachte eine hervorragende Resonanz. Über das vom Bayerischen Finanzministerium geförderte Regionalmanagement sollen im Herbst 2017 und in 2018 eine Reihe weiterer Schulen die Gelegenheit zur Teilnahme an einer Roadshow „Schule und Betrieb“ bekommen.

Im Herbst 2017 starten die Mittelschulen Trostberg und Grassau zu den Roadshows. Auch der Wirtschaftszweig des Annette-Kolb-Gymnasiums in Traunstein ist in Vorbereitung von Seminaren, die sich konkret mit den Talenten heimischer Betriebe auseinandersetzen. Gut, wenn die Roadshow einen vertieften Einblick in das unternehmerische Geschehen im Landkreis ermöglicht.

Auch eine Roadshow für Lehrkräfte aller Schulen im Landkreis ist in Planung: Von exzellenter Handwerkstechnik und Handarbeit bis hin zu den Themen Digitalisierung und Unternehmen 4.0. Die Arbeitswelt im Chiemgau ist im Wandel und die praxisnahe Zusammenarbeit von Schulen und Betrieben wichtiger denn je.

INFO: Interessierte Schulen und Lehrkräfte können sich gerne bei der Wirtschaftsförderungs GmbH des Landkreises melden unter 0861/58-456 oder auch per E-Mail unter wifoe@traunstein.bayern

Roadshow für Lehrkräfte

Auch eine Roadshow für Lehrkräfte aller Schulen im Landkreis ist in Planung: Von exzellenter Handwerkstechnik und Handarbeit bis hin zu den Themen Digitalisierung und Unternehmen 4.0. Die Arbeitswelt im Chiemgau ist im Wandel und die praxisnahe Zusammenarbeit von Schulen und Betrieben wichtiger denn je.

Studienkompass

Erste Projektmaßnahmen in 2017: Damit die Tour von den Jugendlichen gut vor- und nachbereitet wird, hat ein sehr engagiertes Studententeam des Fachbereichs Wirtschaftsinformatik der Hochschule Rosenheim ein Bewertungs- und Begleitungsportal erarbeitet und programmiert. Auch ein eigenes Logo mit dem Wirtschaftspanther und einem Kompass zur richtigen Berufsorientierung hat das Team entworfen. Dort können die Schüler selbst im Vorfeld über einen Jobfinder ausprobieren, welcher Beruf denn so in Frage kommen könnte und welche heimische Firma hierzu einen Ausbildungsplatz anbietet. Zugleich können alle Teilnehmer die durchgeführten Roadshows bewerten und sich für Praktika in teilnehmenden Betrieben bewerben.

Roadshow der Wirtschaftsförderung machte Schüler der Mittelschule Trostberg hautnah mit Ausbildung vertraut

Praxisnahe Einblicke in den Berufsalltag

Landauf, landab werden Fachkräfte gesucht. Ein bewährtes Instrument, Schüler im Rahmen von Betriebsbesuchen hautnahe Einblicke in den Berufsalltag zu geben und sie so für vielfältige Ausbildungen in regionalen Betrieben zu begeistern, ist die Roadshow der Wirtschaftsförderungs GmbH des Landkreises Traunstein. Sie ist mittlerweile auch fest im Regionalmanagement des Landkreises verankert. Der besondere Ansatz dieser Kooperation zwischen Schule und Wirtschaft ist, dass Auszubildende den Schülern ihre Betriebe sozusagen „auf Augenhöhe“ vorstellen und über ihre Erfahrungen erzählen.

Die positiven Rückmeldungen von Schülern und Lehrern auf den vergangenen beiden Touren haben gezeigt, dass das Konzept, Schüler und Betriebe auf zeitgemäße Weise und effektiver als bisher zusammenzubringen, Früchte trägt. Immerhin steigt die Zahl der offenen Ausbildungsstellen beständig. Im September lag sie bei 215, das sind 49 mehr als im Vorjahr.

Nach der  Mittelschule in Obing machten sich jetzt 66 Schüler aus der Mittelschule Trostberg per Bus auf den Weg zu sechs Betrieben. Begleitet wurden sie dabei von drei Lehrern Lehrern, einer Schulbegleiterin sowie Toni Bernauer, Elfi Graß und Harald Schwarzbach von der Wirtschaftsförderungs GmbH.

Die erste Tour führte unter dem Stichwort „Handel und Industrie“ zu Gienger Haustechnik in Erlstätt. Das 1959 gegründete Unternehmen mit rund 200 Mitarbeitern beliefert die Fachhandwerker unter anderem mit Elektro-, Heizungs- und Sanitärartikeln. Aktuell werden dort 25 junge Menschen zum Groß- und Außenhandelskaufmann/-frau bzw. als Fachkraft für Lagerlogistik ausgebildet.  90 Prozent der Lehrlinge werden übernommen. Beim Rundgang durch das Lager mit 20.000 Artikeln, durch die Bäderabteilung, Telefonverkauf und IT-Abteilung wurde den Schülern vermittelt, wie die neuesten Technologien Schritt für Schritt auch im Haus Einzug halten.

Wie sich klassische Handwerksberufe mehr und mehr einer industriell geprägten Fertigung anpassen und die Digitalisierung in Planung und Produktion Einzug hält, konnten die Schüler im Anschluss bei der Firma Regnauer Fertigbau in Seebruck studieren. Mit seinem Knowhow für den privaten Wohnungsbau, gewerbliche Zweckbauten und innovative Projekte gehört Regnauer bundesweit zu den Kompetenzführern im Holzwohnungsbau. Zehn Prozent der rund 260 Mitarbeiter sind Auszubildende im Bereich Industriekaufmann/-frau, Bauzeichner/-in, Schreiner/-in, Zimmerer/-in und Maler/-in.

Als Ort ausgesuchter Gastlichkeit mit Golfplatz, Reit- und Wellnessanlagen bietet Hotel Gut Ising am Chiemsee ein sehr vielseitiges Ausbildungsspektrum. Ob in Service, Küche oder bei der Eventplanung: Junge Leute können hier viel lernen. Darüber diskutierten auch die Schüler aus Trostberg bei einem Rundgang, der unter dem Thema „Tourismus und Dienstleistung“ stand. Aktuell sind 16 der 25 Ausbildungsplätze für Köche, Hotel- und Restaurantfachleute besetzt. Der Beginn einer Ausbildung in dem Traditionsbetrieb mit 120 Mitarbeitern ist jederzeit möglich.

Als zweite Station dieser Tour besuchten die Schüler das Kreisaltenheim Trostberg, das 76 Plätze für Senioren und rund 60 Mitarbeiter hat. Interessiert zeigten sich die jungen Leute, mit welchen Herausforderungen und Besonderheiten die Pflegefachkräfte und Pflegefachhelfer im täglichen Berufsalltag im Dienste alter Menschen konfrontiert sind. Das Haus bietet vier Ausbildungsplätze an.

Wer weit herumkommen möchte, ein Händchen für Technik hat und kommunikativ ist, für den ist vielleicht eine Ausbildung als Berufskraftfahrer und Busführer etwas. Die verschiedenen Tätigkeitsbereiche konnte man beim Reiseunternehmen Marx in Fridolfing kennenlernen, das heuer mit rund 80 Mitarbeitern 90. Jubiläum gefeiert hat. Hier startete die dritte Roadshow-Tour unter dem Stichwort Dienstleitung und Handwerk/Industrie. Die Firma bildet auch Tourismuskaufleute aus, wie sich im frisch eingeweihten neuen Verwaltungsbau mit Reisebüro, modernem Busterminal und Café „Weltweit“ zeigte. Die Firma hat aktuell vier Auszubildende.

Die weltweite Nachfrage nach effizienter Tierernährung hat dem 1983 gegründeten Unternehmen Siloking ein stürmisches Wachstum beschert. Es fertigt Versorgungs- und Selbstfahrsysteme mit neuester Technologie und sogar E-Antrieb für die Fütterung. In den Produktionshallen ließen sich die Schüler die Fertigung erklären und nahmen mit viel Spaß selbst hinter dem Steuer Platz. Von den 300 Mitarbeitern sind sieben Auszubildende in den Berufen Industriekaufmann/-frau, Fachkraft für Metalltechnik und Metallbauer.

Ludwig Nicklaser, Konrektor der Mittelschule Trostberg, kommentierte die Roadshow zum Abschluss so: „Die Veranstaltung war sehr gut organisiert und ist aus meiner Sicht erfolgreich, weil sie Schülern interessante Alternativen zu den sonst meist im persönlichen Umfeld gesuchten Ausbildungsberufen gibt.“